.

ART im Ries - Goldener Stern

Die Gastherberge „Zum Stern“ - mehr als 500 Jahre Geschichte

Das Schild - der Name "Zum Stern" bzw. "Zum goldenen Stern" - ist innerhalb der Stadt gewandert. Der Betrieb hatte im Laufe der Jahrhunderte vier verschiedene Standorte.

Schon im 15. Jahrhundert gab es die Gastherberge „Zum Stern".

Sie war eine der größten und angesehensten der Stadt.
Vermutlich führte sie bereits Thoman Warbeck seit 1464, nachweisbar um 1500 Konrad Warbeck. Erwähnt wurde 1539 der Besitzer Michel Schäffer.

Seit 1618 hieß die Herberge „Zum Goldenen Stern“.

1634 nahm der böhmische König Ferdinand hier Quartier. Das Haus lag am heutigen Obstmarkt nahe der Hauptwache hinter dem Turm der St. Georgskirche in der Hallgasse 6 / Pfarrgasse 4. Die beiden Häuser bildeten eine Einheit.
Im Volksmund erhielt das Gasthaus die Bezeichnung „Höllwirtschaft“, denn es lag am „abgebrannten Platz“, auch „Höll´“ genannt. Zuletzt gehörte es dem 1632 verstorbenen Georg Niklas. Seine Familie, zunächst seine Witwe Walburga, führte es weiter. Die Tochter Anna Maria Niklas heiratete 1639 Michael Jörg, einen ehemaligen Gastwirt, der wichtige öffentliche Ämter inne hatte.
Das imposante Gebäude wurde bei der Beschießung der Stadt durch bayerische Artillerie 1647 zerstört.
1663 wurde an dieser Stelle das Pfarrhaus errichtet.

1673 kaufte Sigmund Rehlin das Haus in der Baldinger Gasse 19 und erwarb die Wirtsgerechtigkeit. Seitdem bis 1920 existierte hier die Wirtschaft „Zum goldenen Stern“. Mitte des 19. Jahrhunderts werden als Sternwirte aufgeführt : Georg Balthasar Roos, dann seine Witwe Katharine, die die Wirtschaft an ihren Sohn übergibt.

Von 1925 bis 1929 wurde das Haus am Kohlenmarkt 5 und danach bis 1966 in der Mittleren Gerbergasse 6 als eine einfache Schänke mit Wirtsgarten weitergeführt.
Während des 3. Reiches verkehrten hier - sicherlich begünstigt durch die Lage im verruchten Gerberviertel - Leute, die mit den Nazionalsozialisten nichts zu tun haben wollten.

Wirtsleute nach Kriegsende waren im „Stärer“, wie die Kneipe im Volksmund hieß, die Familien Schneider, Steinhart, Albrecht; dann folgten Blaha, Hitzler und zuletzt das Ehepaar Berger.

In dieser Zeit schätzten auch die Amerikaner, die in Nördlingen stationiert waren, die zentrumsnahe und doch recht versteckte Lage der Wirtschaft. Man berichtet von regem Nachtleben und ausgelassenen Feiern.

Bevor 1929 das Haus in der Mittleren Gerbergasse 6 Gastwirtschaft wurde, werden als Besitzer erwähnt:
Phillip Jakob, geb. 1710, ebenfalls im 18. Jahrhundert ein Metzger Erdlein, der es „samt Höflein und Brunnen“ sowie Fischereirechten (urkundlich „Aschergerechtigkeit„ , abgeleitet von der Esche, einem Fisch) dem Weißgerber Daniel Ulrich und dieser dem Lodweber Samuel Lemp verkauft. Sowohl bei Metzger Erdlein als auch bei Samuel Lemp handelte sich um Notverkäufe. So versuchte Erdlein vergeblich, sein Darlehen mit Schweinshäuten abzutragen. 1806 wird Johann Christian Roos als Besitzer genannt. Der Lodweber Johann Melchior Beyschlag ersteht das Haus 1815, das kurz zuvor bereits als zweistöckiges Wohnhaus bezeichnet wurde, zusammen mit dem vorgelagerten Gärtchen an der Eger.
Leider wurde der Wirtsgarten mit der Schließung der Gastwirtschaft 1966 abgegeben. Zwei Jahre später gehörte das Haus noch der Anker Brauerei und ging später in Privatbesitz über.

Wir erwarben es im Jahre 2003 als "ehemaliges Gasthaus mit zwei Wohnungen" und betreiben seit Ende 2004 hier das Gästehaus "ART im Ries - Goldener Stern". Auf dem Haus liegt bis heute noch der Name und damit verbunden, ein – allerdings ruhendes – Schankrecht.

Quellen: Adressbücher und Geschlechterhistorie der Stadt Nördlingen

Das Gerberviertel

Das Gerberviertel lag ehemals vor den Toren der Stadt. Es war ein „verruchtes” Viertel, da die Gerberei den Bürgern im wahrsten Sinne des Wortes „stank“. Heute ist es der wohl romantischste Ortskern der Stadt.

Das Ries

Das Ries entstand vor 15 Millionen Jahren durch den Einschlag eines Großmeteoriten, der mit einer Geschwindigkeit von gut
70 000 km/h auf die Erde aufschlug. Dieser Krater mit einem Durchmesser von ca. 25 km ist heute einer der am besten erhaltenen und erforschten Meteoritenkrater der Erde.

Das Rieskrater-Museum bietet eine Simulation des Meteoriteneinschlags und interessantes Anschauungsmaterial über die geologische Entwicklung der Umgebung.

Bereits um das Jahr 85 n. Chr. entstand ein römisches Kastell mit einer Siedlung, die jedoch im Jahre 259/260 bei der Eroberung des heutigen Süddeutschland durch die Alemannen unterging.

Im 6. und 7. Jahrhundert lässt sich eine alemannische Besiedlung nachweisen. "Nordilinga" wird im Jahr 898 zum ersten Mal urkundlich als karolingischer Königshof erwähnt.

Nördlingen

Die Stadt Nördlingen wurde 1215 freie Reichsstadt, erhielt Marktrechte und Freiheiten und war dank der verkehrsgünstigen Lage bis etwa 1650 ein bedeutendes Handelszentrum. Die erste Stadtmauer wurde gebaut, deren Verlauf noch heute im Grundriss - u.a. an der Vorderen Gerbergasse - zu sehen ist. Mit dem Aufkommen des Seehandels geriet die Stadt wirtschaftlich ins Abseits. Die Entwicklung stagnierte. Welch ein Segen für uns! So wurde die Stadt nicht modernisiert, sondern “nur” die Bausubstanz erhalten.

Ein historischer Wendepunkt im Dreißigjährigen Krieg war die Schlacht bei Nördlingen im Jahre 1634, in der die schwedisch-protestantischen Kräfte erstmals entscheidend von den Kaiserlich-Habsburgischen Truppen geschlagen wurden.

Nördlingens mittelalterliche Altstadt ist von einer komplett erhaltenen Stadtmauer umgeben. Diese hat 5 Tore, 16 Türme und 2 Bastionen. Der Wehrgang ist noch vollständig erhalten und kann begangen werden. Ein guter Einstieg in die Stadterkundung, ebenso wie die Turmbesteigung.

Das Wahrzeichen Nördlingens ist der 90 m hohe Kirchturm der St.-Georgs-Kirche (gotischer Baustil), im Volksmund "Daniel" genannt. Dieser Name geht auf die biblische Figur Daniel zurück: “Und der König erhöhte Daniel und (...) machte ihn zum Fürsten über das ganze Land.”

Der Turm der St.-Georgs-Kirche ist der weltweit letzte, der bis heute ständig von einem Türmer besetzt ist. In früheren Zeiten stand er in ständigem Rufkontakt mit den Wachen auf der Stadtmauer. Heute erschallt nachts in der Zeit von 22 bis 24 Uhr halbstündlich vom Turm: „So G'sell So!“ Die Bürger machen sich einen Spaß darauf und rufen teils das gleiche zurück.

Die Legende

Zum Ruf des Türmers wird folgende Legende erzählt: 1440 versuchte Graf Hans von Wallerstein Nördlingen zu erobern. Um unbemerkt in die Stadt gelangen zu können, bestach er einen Türmer. Der hielt ein Tor offen. Als eine Webersfrau in der Nacht zum Bierholen ging, entdeckte sie das sich öffnende Stadttor, woran sich gerade ein entflohenes Schwein rieb. Daraufhin schalt sie lauthals das Schwein und den verräterischen Türmer: “So G'sell so!”

Alle drei Jahre wird die Geschichte der ehemals Freien Reichsstadt lebendig, wenn die Bewohner das Stadtmauerfest feiern. Neben alter Handwerkskunst werden Ritter- und Reiterspiele des Mittelalters geboten. Die letzten vier Stadtmauerfeste fanden bei herrlichstem Septemberwetter statt - 2016 wird wieder gefeiert.

Gästebuch
Stöbern Sie hier im Gästebuch
oder tragen sich ein, wenn es
Ihnen bei uns gefallen hat.
"Nachlese"
Kontakt
Karin Schmidt
ART im Ries - Goldener Stern
Mittlere Gerbergasse 6
86720 Nördlingen

Telefon: 09081 - 27 50 628
Fax:       09081 - 27 50 629
mobil:     0160 4333752
email:     Formular
copyright © 2004 - 2010 K. Schmidt            Impressum | Datenschutz